WIRTSCHAFTSKANZLEI - MANFRED HAU CONSULTING

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Altersvorsorge für Minijobs

Wie 400-Euro-Kräfte vorsorgen können?
Derzeit sind etwa 3,5 Millionen Minijobber in langfristigen Arbeitsverhältnissen beschäftigt, die Gesamtzahl aller „Minijobber" liegt bei fast sieben Millionen, Tendenz steigend. 

Die meisten dieser meist weiblichen Arbeitnehmer haben häufig ein schlechtes Versorgungsniveau, obwohl sie, verglichen mit Vollzeitkräften, überdurchschnittlich effizient arbeiten.

450-Euro-Minijobs sind für den Arbeitnehmer sozialversicherungs- und steuerfrei. Das bedeutet, verdient er bis zu 450 Euro regelmäßig im Monat, muss er keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen, sondern erhält sein Arbeitsentgelt in der Regel brutto für netto. Die pauschalen Abgaben und Beiträge zur Sozialversicherung übernimmt der Arbeitgeber.

Änderungen bei Minijobs ab 1. Januar 2013
Die Verdienstgrenze ist von 
400 EUR auf 450 EUR gestiegen. Personen, die vom 1. Januar 2013 an ein geringfügig entlohntes Beschäftigungsverhältnis aufnehmen, unterliegen grundsätzlich der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung. Da der Arbeitgeber für eine geringfügig entlohnte Beschäftigung bereits  den Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung in Höhe von 15 Prozent des  Arbeitsentgelts zahlt, ist nur die geringe Differenz zum allgemeinen  Beitragssatz von 18,7 Prozent im Jahr 2016 auszugleichen. Das sind 3,7 Prozent Eigenanteil für den Minijobber. Minijobber, die in ihrem Minijob vor dem 1. Januar 2013 versicherungsfrei in der Rentenversicherung waren, bleiben es auch weiterhin. 

Gehaltserhöhung mit unangenehmen Folgen

Viele dieser 450-Euro-Kräfte würden gerne länger arbeiten, genauso wie viele Arbeitgeber ihre Minijobber gerne entsprechend effizienter einsetzen würden. Übersteigt eine Lohn- oder Gehaltserhöhung die 450-Euro-Grenze hinaus, gerät das Arbeitsverhältnis in die sogenannte „Gleitzone" der Sozialversicherungspflicht. Der Unternehmer muss in diesem Fall den vollen Sozialversicherungsbetrag zahlen und für den Arbeitnehmer entfällt die Sozialversicherungsfreiheit. Diese Tatsache motiviert bestimmt keinen Arbeitnehmer, mehr Stunden zu arbeiten.

Mehrarbeit ohne Verlust des Status „Minijobber"

Eine sinnvolle Alternative bietet ein betriebliches Altersvorsorgekonzept für Minijobber. Das Ziel dieses Vorsorgekonzeptes ist es, eine sehr effiziente und attraktive Altersvorsorge aufzubauen und dem Minijobber eine Möglichkeit zur Mehrarbeit zu bieten ohne dadurch sozialversicherungspflichtig zu werden. 

Der Arbeitgeber vereinbart mit seinem Minijobber eine Erhöhung der Monatsarbeitszeit. Im Gegenzug wird der Mehrwert (bis zur Obergrenze von zusätzlich 248 EUR) sozialabgaben- und steuerfrei als Versorgungsbeitrag in eine betriebliche Altersversorgung für Minijobber eingezahlt.

Beispiel: Arbeitnehmerin A verdient monatlich 600 EUR. Im Rahmen der Entgeltumwandlung werden für eine betriebliche Altersversorgung 180 EUR im Monat aufgewendet. Da das maßgebliche Arbeitsentgelt im vorliegenden Fall 420 EUR beträgt, liegt ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis vor.  

Wichtig | Würde A bereits im Rahmen einer Hauptbeschäftigung über eine durch Entgeltumwandlung finanzierte Form verfügen, wäre ihr Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung insoweit ausgeschlossen. In diesem Fall besteht jedoch ein „Auffüllungsanspruch“, soweit die Obergrenze von 2.979 EUR durch die bisherige Entgeltumwandlung noch nicht ausgeschöpft ist.

So bleibt der sozialversicherungsrechtliche Status des Minijobbers unangetastet und der Arbeitgeber kann weiterhin die Abgabenpauschale an die Minijob-Zentrale abführen - ohne dass der Minijobber selbst Beiträge zahlen muss! Das Nettoeinkommen des Minijobbers bleibt unverändert - und die Gehaltserhöhung für die vereinbarte Erhöhung der Monatsarbeitszeit fließt ohne Abzüge zu 100% in die betriebliche Altersversorgung für Minijobber.


Das betriebliche Altersvorsorgekonzept für 450-Euro-Kräfte

Dieses spezielle Versorgungskonzept bietet Minijobbern die Möglichkeit, im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung eine zusätzliche Vorsorge aufzubauen - und das ganz ohne direkten finanziellen Mehraufwand durch Entgeltumwandlung von entlohnter Mehrarbeit.

Vorteile für den Arbeitnehmer                        

  • Aufbau einer attraktiven Altersvorsorge mit garantierten Leistungen
  • Status als Minijobber bleibt unangetastet, die Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge sind steuer- und sozialabgabenfrei
  • es entsteht kein finanzieller Mehraufwand für den Minijobber
  • auf Wunsch können auch die Angehörigen abgesichert werden
  • auch die eigene Berufsunfähigkeit kann abgesichert werden
  • keine Anrechnung der Versorgung auf Arbeitslosengeld und Hartz IV
  • die Ansprüche aus der Versorgung sind von Anfang an unverfallbar und auch bei Insolvenz des Arbeitgebers sicher
  • bei Arbeitgeberwechsel oder Statusveränderung (z. B. wegen Aufnahme eines Vollzeitjobs) kann die Versorgung problemlos fortgeführt werden (Direktversicherung)

Vorteile für den Arbeitgeber

  • Beiträge sind Betriebsausgaben
  • Beiträge an die Minijob-Zentrale werden nicht erhöht!
  • durch die verlängerten Arbeitszeiten können Arbeitsplätze eingespart werden und damit auch die Fixkosten für Einarbeitung, Schulung, Arbeitsplatz, Verwaltungsaufwand etc. für neue Arbeitskräfte.
  • die verlängerten Arbeitszeiten tragen zu einer erhöhten Produktivität und Arbeitskapazität bei
  • auf Grund der Erfüllung der sozialen Verantwortung und der besonderen Förderung der Mitarbeiter wird auch eine Erhöhung der Mitarbeiterbindung erreicht.